Weihnachten wird unterm Stern entschieden
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Die Andacht von der Waldweihnacht für euch zum nachlesen

Viele von euch kennen bestimmt inzwischen die Media Markt Kampagne „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ In de Spots sind verschiedene Familien zu sehen, wie sie sich mit leuchtenden Augen auf Geschenke stürzen, das Verpackungspapier herunterreißen und danach ihren Lieben um den Hals fallen, in der Hand das neue Handy oder ein anderes elektronisches Spielzeug. Viele empört diese Werbung, wie man in den letzten Tagen in der Zeitung oder auf Facebook lesen konnte. Auch ich habe mir erst gedacht, muss das denn sein? Weihnachten auf diese extreme Art auf Geschenke reduzieren?
Aber dann habe ich mir gedacht, diese Werbung hat auch viel mit der Realität zu tun. So emsiges Treiben, wie man zur Weihnachtszeit in den Kaufhäusern beobachten kann, das sieht man sonst nur auf einem Ameisenhügel. Auch bin ich überzeugt, dass die fleißigsten Ameisenarbeiterinnen uns bestimmt anerkennende Komplimente zurufen würden, wegen unserer Trageleistung an Weihnachten – wenn sie sprechen könnten. Eins ist deshalb sicher, Weihnachten setzt uns alle in Bewegung, so wie kein anderes Fest im Jahr. Damit haben wir etwas gemeinsam mit den drei Sterndeutern aus unserer Geschichte. (weiter auf der nächsten Seite)
Sie sehen einen besonderen Stern am Himmel und machen sich auf den Weg, den neugeborenen König zu finden, den sie in der Nähe des Sterns vermuten. Die Reise war bestimmt kein Zuckerschlecken für sie. Fast 1000 Kilometer zwischen Babylon und Jerusalem, da braucht man schon mindestens zwei Monate. Aber sie haben diese Strapazen auf sich genommen, weil sie durch den Stern gesehen und bestimmt auch im Herz gespürt haben, es ist wichtig das zu tun. Es wird sich lohnen, diese beschwerliche Reise auf sich zu nehmen und sich in Bewegung zu setzen. Und nach mehreren Zwischenstationen finden sie nach Bethlehem und finden sie Jesus. Es überkommt sie eine große innere Freude. Sie fallen vor Jesus auf die Knie, beten ihn an und überreichen ihre Geschenke. Sie haben ihr Ziel erreicht. Es hat sich gelohnt sich in Bewegung zu setzen.
Zurück in unserer Zeit. Für unsere materiellen Geschenke nehmen wir vieles in Kauf und setzen uns großem Stress aus. Aber ist es das, wohin unser Stern uns führen soll an Weihnachten? Wird am Ende Weihnachten doch unterm Baum entschieden? Ich glaube nicht. Denn die Werbung hört nämlich leider da auf, wo Weihnachten für mich erst richtig los geht. Sie zeigt nicht, wie Familien nach dem Geschenkeauspacken gemütlich beieinander sitzen. Zeit füreinander haben und so intensive Gespräche führen, wie vielleicht das ganze Jahr nicht. Sie zeigt nicht, wie viele Menschen sich von ganzem Herzen engagieren, um gerade an Weihnachten für andere da zu sein. Und sie zeigt nicht, wie jemand an Weihnachten über seinen eigenen Schatten springt, um sich nach langem Streit wieder zu versöhnen. Das sind alles Geschichten, von denen Jesus gesagt hätte, genau das ist es, was ich wollte, als ich in die Welt gekommen bin, das Menschen sich in Bewegung setzen und sich in Liebe einander zuwenden. Und genau das wünsche ich uns allen, dass wir es schaffen, uns nicht nur für unsere Geschenke in Bewegung zu setzen, sondern noch mehr für unsere Mitmenschen. Wenn wir das schaffen, dann wird Weihnachten auch weiter unterm Stern entschieden und nicht unterm Baum. Amen.

